EKP-Portal Neuerungen 2020

Zum Mai 2020 stellt Enghouse Networks eine neue Version des EKP-Portals zur Verfügung, die in den letzten Monaten in enger Absprache und mit finanzieller Unterstützung durch den Arbeitskreis Schnittstellen und Prozesse (AK S&P) geschaffen wurde. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Unterstützung, insbesondere auch bei der Definition der Anforderungen, die allen Marktteilnehmern mit praxisorientierten neuen Funktionen die Zusammenarbeit erleichtern sollen.

Umfang der Änderungen & Arbeitshandbuch Clearingszenarien

Bei den Änderungen handelt es sich um neu hinzugefügte Funktionen und optionale Angaben, die jeder EKP tätigen kann. Die Kompatibilität bisheriger Einträge im EKP-Portal bleibt damit gewährleistet.

Ein wichtiges neues Marktinstrument ist das vom AK S&P in der Arbeitsgruppe Prozesse geschaffene Arbeitshandbuch Clearingszenarien, welches einen Marktstandard für bilaterale Clearing-Prozesse schafft. Auf Basis der Möglichkeit zur präzisen Identifizierung der Szenarien entstehen gute Routing-Möglichkeiten für eingehende Clearing-Anfragen bei den beteiligten Häusern. Diese Angaben zu explizit unterstützten Clearing-Szenarien können ab sofort granular mit jeweils eigenen Kontaktdaten (Telefon, E-Mail) angegeben werden. Dies ist optional. Es besteht natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, einfach im Sinne eines Catch-all einen Kontakt für alle Clearing-Szenarien anzugeben.

Übersicht zu den Änderungen

  • Neue Informationsdienste neben der Liste der EKP-Firmen
    • TK-Diensteanbieterliste
    • PKI-Liste
  • Firmenliste erweitert mit Angaben
    • Portierungskennungen des EKP
    • Eigene Angaben zur Vorabstimmung (WBCI oder Fax)
  • Stammdaten
    • Angabe von Markennamen unter denen der EKP tätig ist
    • Angabe fremder Portierungskennungen (Vorleister)
  • ABW-, Clearing- & Kontaktdaten
    • Dieser Bereich wurde deutlich erweitert und im Allgemeinen wurde die Anzeige an einigen Stellen optimiert und so zum Beispiel Beschreibungsfelder zugefügt und E-Mail-Adressen prominenter als Fax-Nummern angeordnet
    • Kontaktdaten für Anbieterwechsel (vormals „Faxnummern“): es ist nun die Angabe von E-Mail-Eingangstoren möglich
    • Eingangstor Clearing (vormals „Eingangstor Auftragsclearing und/oder Portierungsstörungen“): Szenarien des Arbeitshandbuches Clearingszenarien
  • PDA/3i
    • Der Validierungs- und Freischaltprozess für manuell neu eingetragene PK wurde optimiert und im Zusammenspiel mit der PKI-Liste automatisiert
  • Datei-Verwaltung: neue Funktion zur optionalen Hinterlegung

Interner Bereich: eigene Angaben zu fremden EKP optional speicherbar

Details der Änderungen

Neue Informationsdienste

Im Menü finden sich nun im Abschnitt „Firmen“ zwei neue Auskunftslisten, die aus Listen der Bundesnetzagentur rein zur Ansicht importiert werden.

  1. TK-Diensteanbieterliste (§6 TKG)
  2. PKI-Liste (Portierungskennungen aus dem deutschen Portierungsverfahren PDA)

Für die PKI-Liste gilt: Diese Informationen stammen direkt aus dem Verzeichnis der Bundesnetzagentur. Hierbei wird die Dateischnittstelle [SES.NVONB.PKID] verwendet. Die Aktualität dieser Informationen hängt von der Bundesnetzagentur ab und weicht in manchen Fällen von den durch EKP selbst verwaltete Firmenangaben des EKP-Portals. Die Anzeige dieser Daten ist auf Teilnehmer des PDA-Verfahrens begrenzt, die im EKP-Portal mindestens eine bestätigte Portierungskennung eingetragen haben.

Firmenliste

In der Firmenliste werden neu die Spalten „Verfahren VA“ (siehe interner Bereich) und „PKs“ (Portierungskennungen des EKP) angezeigt und diese Attribute sind filterbar.

Stammdaten

Marken

Jeder EKP hat nun die Möglichkeit weitere Markennamen zu publizieren, unter denen er gegenüber Endkunden im Markt auftritt.

Bei der Nutzung dieser Funktion ist es möglich, eine Marke einfach als Freitext einzugeben, wobei keine weitere Validierung durch den Betreiber Enghouse erfolgt. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, einen weiteren, im EKP-Portal eingetragenen Eintrag als Marke zu referenzieren. Dies wird diesem benannten EKP in seinem „internen Bereich“ angezeigt.

Fremde Portierungskennungen

Bislang tragen viele EKP fremde Portierungskennungen von Vorleistern für Telefonie in das Kommentarfeld ein. Um diese Daten strukturierter darzustellen, wurde eine neue Funktion zur Erfassung von PK umgesetzt.

Hierbei können ein oder mehrere PKs aus der PK-Liste der Bundesnetzagentur inklusive einer Beschreibung angegeben werden. Es findet keine Validierung durch den Betreiber Enghouse statt.

ABW-, Clearing- & Kontaktdaten

Neben diversen kleinen Optimierungen finden sich in diesem Bereich zwei wesentliche Neuerungen.

Kontaktdaten für Anbieterwechsel

Neue und primär präsentiertes Attribut für die Kontakteinträge sind nun E-Mail-Adressen anstelle von Fax-Nummern.

Eingangstor Clearing

In diesem komplett erneuerten Bereich, der in der Zukunft andere Angaben von Clearing-Kontakten ablösen soll (siehe „Ausblick“), werden nun detaillierte Angaben zum Routing von Clearing-Anfragen möglich – aber nicht verpflichtend.

Die Angaben zu den Szenarien können hier im Einklang mit dem Arbeitshandbuch Clearingszenarien publiziert werden.

Im Rahmen eines erweiterten Datenexportes (XML) können EKP auch diese Angaben zu unterstützten Szenarien von Enghouse automatisiert erhalten.

PDA/3i

PKI können in diesem Bereich wie gewohnt Ihre Portierungskennungen angeben. Anhand der neu verfügbaren Liste der Portierungskennungen der Bundesnetzagentur findet nun bei Neueingabe einer PK nach Möglichkeit eine automatische Validierung und Freischaltung der Angabe statt.

Die Portierungskennungen und Anmerkungen werden beim Firmeneintrag publiziert.

Datei-Verwaltung

Mit der neuen Funktion der Datei-Verwaltung wird es ab sofort möglich, Kopplungspartnern Zertifikatsdateien (X.509) über das EKP-Portal zur Verfügung zu stellen. Diese Funktion war für das Thema „WBCI“ erwünscht und wurde so vorbereitet, dass sie künftig optional auch für andere Dateitypen verwendet werden kann.

Die Anzeige der Zertifikatsdateien eines EKP ist abhängig davon, ob der Dateiinhaber denjenigen EKP, der den Firmeneintrag anschaut, in seinem internen Bereich mit Vorabstimmungstyp „WBCI“ markiert hat.

Interner Bereich

Eine spezielle Funktion stellt der sogenannte „Interne Bereich“ dar. Dieser wird bei Ansicht jedes Firmeneintrages eines EKP rechts angezeigt, enthält aber im Gegensatz zu allen anderen Angaben, die von diesem EKP selbst stammen, nur Informationen, die von Nutzern der eigenen Firma dazu hinterlegt wurde. Es handelt sich insofern um eine Art Notiz-Funktionalität.

Alle Angaben in „Internen Bereich“ können von Nutzern mit der Rolle „EKP-Admin“, also dem Verwalter des eigenen EKP-Kontos, geändert werden. Sachbearbeiter haben auch hier nur Leserechte.

Es sind nach aktuellem Stand folgende Daten verfügbar:

  • Markierungen basierend auf Auswahllisten
    • Verfahren der Vorabstimmung
      • Hinweis: wird genutzt im Rahmen der Freigabe der in der Datei-Verwaltung publizierten WBCI-Zertifikate
    • Eskalationsfristen
  • Zwei Datensätze für intern bekannte Ansprechpartner (einer nur sichtbar für EKP-Admins)

Die Nutzung des „Internen Bereiches“, insbesondere die Pflege von Vorabstimmungsverfahren, ist vollkommen freiwillig und außer zur Information der Benutzer des eigenen EKPs weiter nur im Zusammenspiel mit der Datei-Verwaltung relevant.

Ausblick

Mittelfristig sind Änderungen im Nachgang der Einführung der Clearing-Szenarien angedacht, so zum Beispiel das Entfallen der bisherigen „ABW Clearing Kontaktliste“ und der dreistufigen „Eskalationskontaktdaten“, da sich ein Konsens der Marktteilnehmer zeigt, dass der dahinterstehende Prozess veraltet ist und entfällt.

Hierzu wird es gesonderte Informationen und Hinweise zur Umstellung der eigenen EKP-Angaben geben.